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Roxianna´s Kalender

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Motigo


Sonntag und Montag waren ganz gute Tage, aber der heutige Tag war absolut beschissen. Ich möchte diesen Tag aus meinem Urlaub streichen und dort weiter machen wo ich gestern aufgehört hatte.

Ich bin heute nach Lemkenhafen gefahren zum Mühlenmuseum. Auf dem Weg dort hin habe ich noch einige Caches eingesammelt.

Das Mühlenmuseum war ganz interessant. Das Museum war eine umgebaute Mühle. Diese konnte man bis oben hin besteigen. Auf jeder Etage befanden sich Andenken an früher, wo man noch vieles mit der Hand machen mußte. Interessant waren vor allem die Getreidewaage, der Waschbottich, die Mühlensteine und ein Maisstein für alte arme Leute. Dieser Stein diente dazu den Mais zu zermahlen um daraus einen Brei herstellen zu können. Vom Balkon der 1.Etage hatte man eine gute Aussicht über Fehmarn, die sich noch verbesserte in der 2.Etage vom Fenster aus betrachtet.

Auf dem Rückweg bin ich von der Mühle aus weiter in ein Feld gefahren, da ich dort noch einen Cache in 250 m Entfernung auf dem GPS hatte. Während der ganzen letzten Tage hatte ich meine Geldbörse immer im Rucksack, weil ich genau weiß, daß ich es verliere wenn ich es hinten in der Hosentasche habe. Heute hatte ich es bis zur Mühle genauso gemacht. An der Mühle nur meine Wertsachen mit reingenommen und den Rest des Rucksack draußen auf dem Fahrrad gelassen. Als ich aus dem Museum kam, vergaß ich die Geldbörse wieder in den Rucksack zu stecken. Es war halt die Gewohnheit es immer in der Hosentasche zu haben. Ich fuhr von der Mühle einen holprigen Traktorweg entlang bis zum Cache. Dort traf ich dann einen weiteren Cacher, der mir noch von einem anderen Cache in der Nähe erzählte. Nach kurzer Unterhaltung fuhr ich dann weiter und er in Richtung Mühle. Nach 3 weiteren Caches in der Nähe stellte ich mit Entsetzen fest, daß ich meine Geldbörse verloren hatte. Der Schock war tief. EC-Karte, Visa-Karte, Personalausweis, Führerschein war alles drin, Geld nur 5 Euro. Die Karten kann man zwar sperren lassen, aber ich brauche für die Rückfahrt die Visakarte da ich meine Fahrkarte damit bezahlt hatte und sie im Zug vorzeigen muß.
Ich fuhr daher den gesamten Traktorweg zurück, das waren ca. 1,5 km bis zur der Stelle wo ich den anderen Cacher getroffen hatte. Dort erwarteten mich schon Brombeerpflücker aus dem Ortsteil, die mich ansprachen. Sie hatten zwar meine Geldbörse nicht, aber sie wußten wer sie hatte und wo derjenige wohnt. Erleichterung!! Schnell radelte ich dort hin. Als der Mann aufmachte, stellte ich mich ihm vor und sagte ihm, daß ich weiß das er meine Geldbörse gefunden hätte. Er bejahte es, aber sagte gleich, daß er sie nicht mehr hätte. Ich war im Moment irritiert. Er hatte zwischenzeitlich bei der Polizei in Burg (6 km von dort) angerufen und denen den Fund mitgeteilt. Rein zufällig war gerade ein Streifenwagen in der Nähe, der meine Geldbörse dann abholte. Mist. Ich rief dann bei der Polizei an, den Notruf und landete bei der Polizei in Lübeck anstatt in Burg. Ich teilte ihm mein Problem mit, daß ich nicht in der Lage sei noch vorbei zu kommen, da ich mit Fahrrad und Hund unterwegs sei. Fragte nach ob es möglich wäre, daß der Streifenwagen eventuell noch in der Nähe sei und mir meine Geldbörse wieder geben könnte. Der Mann am anderen Ende der Leitung war sehr freundlich und fragte über Funk nach. Daraufhin sagte man mir, ich solle dort warten, sie würden gleich vorbei kommen. 1 Std habe ich dann gewartet, bei dem älteren Herrn der meine Geldbörse gefunden hatte. Erst vorm Haus, doch als es anfing zu regnen, bat er mich herein. Nach 1 Std rief ich erneut bei der Polizei an, diesmal mit einer normalen Telefonnummer in Burg. Ich hatte gleich den Polizisten am Telefon, der meine Geldbörse abgeholt hatte. Er sagte mir, daß sie nicht wegen einer Geldbörse quer über die halbe Insel fahren würden, sie hätten auch noch anderes zu tun. So war das ja auch gar nicht gemeint. Der nette ältere Herr meinte, es wäre noch nicht solange her gewesen, daher hatte ich den Gedanken, sie könnten eventuell noch nicht so weit weg sein.
Der Polizist fragte nach meiner Adresse und meinte, er könne zwar nichts versprechen, aber möglicherweise würde ein Kollege von ihm im nächsten Dienst mir meine Geldbörse bringen. Leider habe ich sie bis jetzt noch nicht wieder. Da ich kein Geld hatte und auch keine EC-Karte, habe ich mir 20 Euro hier an der Pension geliehen. Sie waren hier sehr freundlich und boten mir gleich 50€ an. Aber ich habe nur 20 euro genommen, für heute abend, damit ich etwas essen kann. Das Essen auf dem Campingplatz in der Nähe ist ja sehr günstig, Putensteak mit Pommes 10,90€ . Morgen werde ich erstmal nach Burg fahren um meine Geldbörse abzuholen. Dort hole ich mir dann auch etwas Geld ab, damit ich auch regelmäßig flüssig bin. Heute war ich aber froh, daß in der Geldbörse nicht soviel Geld drin war. Geld zu verlieren ist schlimmer als Kreditkarten.

Die Krönung des Ganzen kam dann noch. Das Fahrrad was ich mir für die gesamte Zeit hier ausgeliehen habe, hatte ich abgeschlossen mit einem Speichenschloss. Als ich nach dem Gewitter zum Essen fahren wollte, bekam ich den Schlüssel nicht rumgedreht und somit das Schloss nicht auf. Ich war stinkwütend!! Aber ich bin dann auf einem anderen Fahrrad ausgewichen, wo der Sattel eigentlich viel zu hoch war. Da an keinem der Räder die Lampen gehen, fahre ich dann mit meiner LED-Taschenlampe. Sowas wie Straßenlaternen gibt es ja hier nur sehr wenige. Ich habe dazu noch eine Warnweste an, die noch auch noch reflektiert. So kann man mich von hinten noch erkennen, auch ohne Licht. Leider waren die Akkus zum Teil nicht richtig aufgeladen, so daß ich Angst haben mußte komplett im Dunklen zu fahren. Glücklicherweise haben sie noch gehalten. Werde mir morgen erstmal Batterien kaufen.

Den Rückweg von Lemkenhafen nach Strukkamp bin ich im Regen gefahren. Und mit Blick in die Richtung vom Meer sah ich ein Gewitter kommen. Ich bin dann in der Angst gefahren, daß mir sowas wie Sonntagabend nochmal passieren könnte. Aber diesmal habe ich Glück gehabt.