Extraschicht 28.06.2014

Schiffshebewerk Henrichenburg

Das Schiffshebewerk Henrichenburg bei Waltrop ist eines der beeindruckendsten technischen Denkmäler der deutschen Industrialisierung – ein gigantischer „Aufzug für Schiffe“, 1899 von Kaiser Wilhelm II. eröffnet und heute als Museum erlebbar.


🏗️ Was ist das Schiffshebewerk Henrichenburg?
• Ein historisches Schwimmer‑Schiffshebewerk am Dortmund‑Ems‑Kanal, gebaut 1894–1899.
• Diente dazu, Schiffe die 14 m Höhenunterschied zwischen zwei Kanalstufen überwinden zu lassen.
• War das erste Mehrschwimmer‑Hebewerk der Welt und galt als spektakulärstes Bauwerk des Kanals.
• Seit den 1970er‑Jahren stillgelegt, aber vollständig erhalten und museal erschlossen.


⚙️ Wie funktionierte das Hebewerk?
• Das Herzstück war ein schwimmender Trog (68 m lang, 8,5 m breit), der samt Wasser und Schiff 3050 t wog.
• Der Trog hing an Schwimmern, die in tiefen Schächten standen – so konnte er fast kraftlos gehoben werden.
• Die Hubzeit betrug nur etwa 2,5 Minuten, was für die damalige Zeit revolutionär war.


🏛️ Das Museum heute
Das Gelände ist heute Teil des LWL‑Industriemuseums und umfasst:
• Das alte Schiffshebewerk selbst
• Das Kessel- und Maschinenhaus
• Eine einzigartige Sammlung schwimmender Arbeitsgeräte und historischer Schiffe im Vorhafen
• Modelle, Technikstationen und Einblicke in den Alltag der Binnenschiffer
• Einen eigenen Kinder‑Rundgang mit der Comicfigur Käpt’n Henri
Das Museum wurde 1992 eröffnet und 1995 mit dem Europäischen Museumspreis ausgezeichnet.


🌉 Was du vor Ort erleben kannst
• Auf der Brücke zwischen den Oberhaupttürmen hast du einen fantastischen Blick über die Stahlkonstruktion und die Kanallandschaft.
• In der historischen Maschinenhalle erfährst du, wie das Hebewerk und der Kanal gebaut wurden.
• Modelle zeigen anschaulich, wie Schiffe die 14‑Meter‑Stufe überwanden.
• Die schwimmenden Arbeitsgeräte vermitteln ein lebendiges Bild der Binnenschifffahrt.

Alte Lohnhalle – Zeche Waltrop

Die Alte Lohnhalle der Zeche Waltrop ist eines der markantesten Gebäude des ehemaligen Bergwerks – ein denkmalgeschütztes Industriejuwel, das heute als Gasthaus, Veranstaltungsort und Manufactum‑Standort genutzt wird.


🏛️ Historische Bedeutung
• Die Lohnhalle gehörte zur Zeche Waltrop, auf der bis 1979 Steinkohle gefördert wurde.
• Sie war der Ort, an dem die Kumpel ihren Lohn erhielten, ihre Schicht antraten und wichtige Informationen bekamen.
• Von den erhaltenen Zechengebäuden stehen neun von elf unter Denkmalschutz – darunter die Lohnhalle selbst.


🧱 Architektur & Atmosphäre
• Typisch für die Zeit um 1900: Backsteinarchitektur, große Rundbogenfenster, hohe Hallenräume.
• Innen spürt man noch die Authentizität des Bergwerksalltags: robuste Böden, historische Raumaufteilung, industrielle Details.
• Die Lohnhalle ist heute ein prägendes Beispiel westfälischer Industriekultur – rau, elegant und voller Geschichte.